Die Stadt  und unser Domizil, das PalaceHotel, wimmelten von schwerbewaffneten Polizisten die zur Sicherheit der Teilnehmer an der Globalisierungskonferenz eingesetzt waren, zu der auch Berlusconi erwartet wurde. So kamen wir in der Genuss die wohl bestgeschützten Touristen Siziliens zu sein. Den Donnerstagmorgen bestimmte der "Berlusconi- Stau". Es ging nur schrittweise voran, so dass ausreichend Zeit blieb, Einblicke in eine chaotische, städtische Infrastruktur zu gewinnen: Villen inmitten von Industrieanlagen, die wiederum angelehnt an ausgedehnte Wohnkomplexe ohne jede erkennbare Begrenzung oder Zuordnung. Alfio erläuterte, dass dies die Auswüchse planloser und willkürlicher Baumaßnahmen seien sowie Zeugnis und Ausdruck einer nach dem Krieg korrupten und machtlosen Stadtverwaltung.

Erst in den letzen Jahren hatte man begonnen, auch in diesen für das Gemeinwohl so eminent wichtigen Bereichen eine gewisse Ordnung herbeizuführen.

Die Stadt besichtigen wir unter der kundigen Führung von Melina, die uns nicht nur die Schokoladenseite Palermos zeigte, sondern uns auch durch Gassen führte, deren Ärmlichkeit betroffen und nachdenklich machte.

Wenn auch der moderne Gesamteindruck der Stadt überwiegt, so zeigt sie doch ein eigenes Gepräge durch die Normannenbauten mit byzantinischem Einschlag und dem Barock der spanischen Zeit.

In der Kathedrale verweilten wir vor den Königssarkophag Kaiser Friederichs II.(Gestorben 1250) - und dem silbernen Schrein mit einer Reliquie der Hl. Rosalia, der Schutzheiligen der Stadt.

Nur wenige Straßen entfernt, erheben sich mit fünf überhöhten roten Kuppeln orientalischen Aussehens die sog. Eremitenkirche und daran anscließend die Reste einer kleinen Moschee.

Tief beeindruckte uns die Kathedrale von Monreale. Im 12. Jahrhundert erbaut ist sie das bedeutendeste Denkmal normannischer Baukunst auf Sizilien. Ihre byzantinischen Mosaiken biblischen Inhalts sind von eienr ungeheuren künstlerischen Aussagekraft und Intensität der bildhaften Darstellung, die in 1182 vollendeten Mosaiken auf insgesamt 6340 m2 und damit umfangreichsten Siziliens zum Ausdruck kommen.

Der angrenzende Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerklosters sei erwähnt, dessen 216 schlanke Säulen mit Mosaiken und zauberhaften filigranen Verzierungen der Kapitelle den Betrachterzutiefst beeindrucken. Er ist der größte und schönste im italienisch-romanischen Stil.

Der Rückweg zum Bus führte am Platz der "Vier Ecken" (Quattro Canti) vorbei. Den Abschluss des Tages bildete eine Fahrt auf den Monte Pellegrino mit der Kapelle der Heiligen Rosalia.

Der nächtliche Scirocco vom Donnerstag auf Freitag brachte Sand  aus der Sahara und bedeckte alles, auch unseren Bus, mit rötlicher Farbe.

An der Schnellstraße die uns zum nächsten Reiseziel Cefalù bringen sollte, stoppte uns Blaulicht: mit hoher Geschwindigkeit rauschte Berlusconi zur großen Begeisterung von Alfio winkend an uns vorbei.

Während der Fahrt begleiteten uns die Erläuterungen Alfios zu Land, Leuten, Natur und Geschichte dieser Region, die er anschaulich zu vermitteln wusste.

Landwirtschaftliche Strukturen mit Orangen-, Zitronen- und Artischocken-Plantagen prägen diesen Landstrich.

Cefalù, direkt am Meer auf felsigem Grund gelegen, wird von der Basilika beherrscht, deren Bau Roger II. ca. 1135 begann...